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Warum Pflanzenöl ?

Pflanzenöl - und wie wird es hergestellt?

Bestimmt haben Sie schon einiges dazu gelesen, wie vorteilhaft Pflanzenöl z.B. als Kraftstoff verwendet werden kann.
Wie aber läuft die Produktion?
Wie wird aus den Pflanzen z.B. Rapsöl?
Nun, das ist ein vergleichsweise einfacher Vorgang, weshalb Pflanzenölproduzenten auch keine riesigen Raffinerien benötigen!
Eine einfache, relativ kleine Werkshalle reicht aus. Vielleicht wäre solch eine Ölmühle ja sogar etwas für Sie, um sich selbstständig zu machen? Pflanzenöl sorgt für regionale Initiative.


Die Pflanzen

Jede Produktion beginnt mit deren benötigten Rohstoffen.
Für die Produktion von Pflanzenöl sind das die passenden ölhaltigen Gewächse. Am bekanntesten in europäischen Gefilden ist da wahrscheinlich der Raps. Aber Raps ist keineswegs die einzige Pflanze, deren Öl sich als Kraftstoff eignet. Ebenso taugt etwa Olivenöl, Distel-, Soja- oder Sonnenblumenöl oder Öl aus einer der anderen etwa 1000 Ölpflanzen, die sich für den Anbau gut eignen. In Deutschland ist es jedoch der Raps, der zumeist verwendet wird (zu über 90%), wobei versuchsweise auch Sonnenblumen, Lein und Leindotter bei der Pflanzenöl-Kraftstoff-Gewinnung eine (bisher) eher kleine Rolle spielen. Wichtig für die Rentabilität der Ölpflanze ist der Ölertrag: Er gibt an, wie viel Liter Öl man aus den Pflanzen gewinnen kann, die auf einem Hektar Land wachsen. Der Ertrag ist nicht für alle Pflanzen gleich, beträgt er beim Raps etwa um die 1400 Liter pro Hektar, erreicht er für die Hanfpflanze hingegen nur um die 170 bis 350 Liter pro Hektar.


Produktion durch Kaltpressung

Die jeweilige Ernte, die sog. Ölsaat wird zunächst ordentlich gereinigt und getrocknet. Schließlich soll ja die Ölmühle nicht durch Fremdstoffe belastet werden, die das gewonnene Öl verunreinigen würden. Die Trocknung garantiert, dass sich die Saat gut lagern lässt, sodaß das gewonnene Öl eine gute Qualität besitzt und möglichst viel Öl aus der Saat gewonnen werden kann. Das Pflanzenöl wird einerseits kalt gepresst, wofür meist eine sog. Scheckenpresse verwendet wird, die die Saaten zerkleinert. Kalt zu pressen bedeutet, dass während des Pressvorgangs keine Temperaturen über 40 Grad Celsius entstehen. Die Schneckenpressen gehören zu den Extrudern, das sind Geräte, die mit einem hohen, mechanisch erzeugten Druck arbeiten. Innerhalb dieses Vorgangs entsteht nicht nur das Öl, sondern auch der so genannte Presskuchen. Presskuchen kann beispielsweise als eiweißreiches Viehfutter verwendet werden, sodaß keine zu entsorgenden Abfallprodukte bei der Ölgewinnung entstehen. Das Öl selbst muss anschließend noch gereinigt werden , da es noch Trübstoffe enthält. Die meist angewandten Methoden dafür sind unter anderem Sedimentation und Filtration. Für die Sedimentation wird eine Zentrifuge genutzt, damit sich die Trübstoffe vom Öl trennen und ablagern. Solche Zentrifugen können durchaus 20.000 Umdrehungen pro Minute erreichen. Als Filtration bezeichnet man den Einsatz von Filtern für die Trennung der Stoffe.


Andere Pressmethoden..

Neben der Kaltpressung gibt es Pressmethoden, bei denen höhere Temperaturen entstehen, sodaß man nicht mehr von Kaltpressung sprechen kann. Auch hierbei entsteht Presskuchen. Er wird mit Lösemitteln versetzt, um auch das Restöl aus dem Presskuchen zu gewinnen. Durch Verdampfung werden Lösemittel und Öl dann wieder getrennt. Die bei diesem Verfahren verstärkt im Öl auftretenden Trübstoffe werden durch Raffination entfernt: Das Öl wird entschleimt, entsäuert, gebleicht und von schlechtem Geruch befreit.


Weihenstephaner Standard

Um beim Rapsöl eine Mindestqualität zu garantieren, wurde im Jahr 2000 der so genannte Weihenstephaner Standard definiert. In ihm werden etwa der maximal zulässige Schwefel-, Phosphor- und Aschegehalt des Öls festgelegt. Abgelöst werden soll dieser Standard in den kommenden Jahren von der DIN-Norm DIN 51605 für Rapsölkraftstoff.